Studienfahrt Israel - Um einen Scheck ärmer und um viele Erfahrungen reicher

Studienfahrtgruppe Israel 2013

Gesund und voller Freude über das Erlebte sind die 25 Schüler und Schülerinnen und ihre 2 Lehrerinnen des Klettgau-Gymnasium Tiengen am 16. Juni 2013 wieder aus Israel zurückgekehrt, im Gepäck nicht nur Souvenirs sondern auch viele unvergessliche Erfahrungen. Zum ersten Mal wurde dieses außergewöhnliche Ziel als Studienfahrt angeboten und die Reise war ein großer Erfolg, so dass sie jetzt vielleicht auch in den nächsten Jahren für die Schülerinnen und Schüler zur Auswahl stehen wird.

Felsendom in Jerusalem

Eine Woche waren wir in Jerusalem unterwegs, schon am Montag nach der Anreise ging es in die wunderschöne Altstadt um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Und dieser Eindruck war unerwartet positiv! Niemand kann genau sagen, was erwartet wurde, auf keinen Fall aber eine solch angenehme, saubere und freundliche Stadt. Wir waren überrascht von den größtenteils offenen und friedlichen Menschen und gleichzeitig erschrocken über die Militärpräsenz dort. Diese ließ uns nie vergessen, dass wir uns trotz des momentanen Friedens in einem Krisengebiet befinden.

In den folgenden Tagen erkundeten wir die facettenreiche Stadt, die verschiedenen religiösen Viertel der Altstadt und die moderne Neustadt. Dank genügend Freizeit lernten wir auf eigene Faust nicht nur die Touristenziele der Stadt kennen, sondern kamen auch mit Einheimischen in Kontakt, lernten ihr Leben und ihre Kultur wohl viel besser kennen, als wir es während einer Führung gekonnt hätten und machten viele Erfahrungen, die uns nachdenklich stimmten und dank denen wir auch einen Blick hinter die Fassade der Gesellschaft werfen konnten, lernten Sorgen und Ängste der Menschen kennen und verstehen. Und lernten auch unser sicheres, freies Leben zu schätzen.

Ein unvergesslicher Ausflug und kleiner Höhepunkt der Woche war der in die Wüste ans Tote Meer, die nahegelegene ehemalige jüdische Festung Masada und die Oasen En Gedis. Ja, Duschen unter Wasserfällen und Baden im Toten Meer gehörten auch zu unserer gelungenen Studienreise, genau wie gemeinsame Abende bei gutem typischen Essen und Besuche des viertägigen Lichtfestivals in der Kulisse der Altstadt.

Die wohl bewegendsten Erlebnisse hatten wir in Yad Vashem und Bethlehem. Zuerst der Besuch in der Gedenkstätte Yad Vashem, die an die nationalsozialistische Vernichtung der Juden erinnert und diese dokumentiert. Dort macht man sich zur Aufgabe, den getöteten Juden ihre Identität zurückzugeben, denn es heißt, die Juden wurden zweimal getötet - einmal körperlich und zum anderen wurden ihre Identitäten zerstört, ihre Kultur, ihr Platz in der Gesellschaft. Uns wurden auf solch eindrückliche Weise die damaligen Geschehnisse nahegebracht, wie es sonst wohl kaum möglich ist.

Ein Teil dieses Mahnmals ist auch das Tal der Gemeinden - ein Denkmal aus Felsquadern gehauen, an deren Wänden die Namen zerstörter jüdischer Gemeinden aufgeführt sind. Unsere Bemühungen, auch Tiengen an diese Wand zu bringen, scheiterten jedoch leider daran, dass die Gemeinde 1942, dem Zeitpunkt ihrer Zerstörung, mit 45 jüdischen Einwohnern zu klein war.

Scheckübergabe beim Kinderkrankenhaus

Auf diesen eindrücklichen Besuch folgte am Samstag auch schon ein weiterer Höhepunkt, wir fuhren nach Bethlehem, um den Scheck unserer gesammelten und erarbeiteten Spende von 3450€ persönlich dem Kinderkrankenhaus zu übergeben. Dieses Krankenhaus ist das einzige auf Kinder spezialisierte in Palästina, dementsprechend lag es uns sehr am Herzen es zu unterstützen und uns selbst ein Bild davon zu machen. Nach einer kleinen Führung waren wir überzeugt - hier landet das Geld am richtigen Ort. Die Menschen dort leisten großartige Arbeit, die unbedingt unterstützt werden muss. Gerade den Kindern im Krisengebiet Palästinas helfen zu können, ist eine wichtige Aufgabe, für welche wir uns weiterhin einsetzen wollen. So findet im Juli wie auch in den vergangenen drei Jahren der Tag für Bethlehem statt, an dem wir Schüler für die Kinderhilfe arbeiten gehen. Und vielleicht kann es zu einer schönen Tradition gemacht werden, die Spendengelder mit den Schülern auf die Reise zu schicken.

Melanie Ips, Kursstufe 1

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