Kammerkonzert auf höchstem Niveau

Mit Violinsonaten von Beethoven, Ravel und Richard Strauss waren am Donnerstag, 29.1. die Geigerin Ines Then-Bergh und ihr Klavierpartner Hans-Georg Gaydoul am KGT zu Gast.

Das zur Hälfte aus Schülerinnen und Schülern, zur anderen Hälfte aus interessierten Gästen bestehende Publikum war hochkonzentriert, fasziniert und begeistert: die atemberaubenden violintechnischen Fertigkeiten der Geigerin, die klangliche Vielfalt des Klaviers und  das durchdachte, dabei  jede Schicht der Musik  freilegende Zusammenspiel der beiden musizierenden  Partner schufen eine Konzertatmosphäre, wie sie selten im KGT zu erleben ist.

Die klassische Strenge der Beethoven-Sonate wurde von den ausgeformten Streicherlinien und den glasklaren Klavierstrukturen mit Emotion und klanglicher Vielfalt gestaltet. Die Ravel-Sonate, die dem Publikum einiges abverlangt, da sie mit harter Ironie das romantisierende Komponieren aufs Korn nimmt, dabei vor Dissonanzen und brüskierenden Brechungen nicht zurückschreckt, wurde mit meisterlicher Durchsichtigkeit und Klarheit präsentiert, der Witz des "Blues" ließ das Publikum schmunzeln, der violintechnische Hexenritt des "Perpetuum Mobile" erzeugt offene Münder ungläubigen Staunens.

Die eigentliche Überraschung des Abends gelang den Künstlern aber mit der Strauss-Sonate: Das Werk wird wegen seiner im Klavier orchestralen Konzeption und der technischen Schwierigkeiten in der Geige selten gespielt, ist in seiner ganzen spätromantischen Anlage ein großes und großartiges Werk. Gerade hier schienen die beiden Musiker aber ganz bei sich zu sein: In höchster Konzentration gelang ihnen der Spagat zwischen der Freilegung der orchestral gedachten Vielschichtigkeit des Ganzen und dem Schwelgen in den wunderschönen Melodien und Phrasen der Melodik von Richard Strauss.

Herzlicher und langer Beifall des Publikums, zum Dank noch einmal der langsame Satz der Strauss-Sonate.