Ein Besuch im Kunsthaus in Zürich

Am 15. Juli diesen Jahres besuchten wir, der BK-Neigungskurs von Frau Baur, zusammen mit dem BK-Kurs von Frau Liebig das Kunsthaus in Zürich. Zentrales Thema unserer Exkursion war eine zeitlich begrenzte Sonderausstellung Cindy Shermans, die wir uns nicht entgehen lassen wollten, da die Künstlerin und Fotografin eine der Hauptbestandteile unseres Unterrichts ausmachte.

Direkt vor dem Eingang empfing uns das bekannte Höllentor von Auguste Rodin. Von diesem beeindruckt, betraten wir das Museum mit steigender Motivation. Die Gruppe wurde in 2 Teile gespalten (Unwissende und schon Informierte) und schon begann eine spannende Führung quer durch das Kunsthaus. Die Museumsführerin brachte uns erst einige interessante Gemälde und Fotografien näher, bevor sie uns zum Hauptgrund unseres Besuches führte. Darunter ein täuschend echtaussehendes Gemälde namens `Franz und Luciano` von Franz Gertsch aus dem Jahre 1973. Außerdem konnten wir zum ersten Mal ein originales Gemälde Rembrandts, über den uns aus dem Kunstunterricht auch schon Einiges bekannt war, näher betrachten.

Unsere Führung nahm ihren Lauf und so fanden wir uns schnell zwischen bereits aus dem Unterricht bekannten Fotografien Shermans wieder. Überraschend ist, dass die Künstlerin trotz ihres bereits fortgeschrittenen Alters (60 Jahre) selbst an dem Konzept der Ausstellung beteiligt war. Der erste Raum beinhaltete Shermans frühere Werke, wie zum Beispiel die Reihe der Untitled Filmstills. Von den Medien und der darin enthaltenen Darstellung der Frau in den 40er und 50er Jahren inspiriert, zeigt diese Reihe Frauen, die den damaligen Erwartungen der Männer entsprechen. In jeder einzelnen dieser Fotografien ist jedoch eine minimale Abweichung davon, ein Störfaktor, untergebracht. Mit diesem Störfaktor möchte die Künstlerin das Klischee als solches verdeutlichen.

Auf Nachfrage, ob wir die Kunstwerke fotografieren dürften, teilte uns die Museumsführerin mit, dass dies uns nur unter Bedingungen erlaubt war. Um ein Foto machen zu dürfen, mussten wir darauf selbst zu erkennen sein: Sozusagen ein Selfie von uns mit den Fotografien Shermans im Hintergrund. Möglicherweise liegt der Grund dafür in Cindy Shermans Vorgehensweise: Jedes einzelne ihrer Kunstwerke kann als Selfie bezeichnet werden. Immer ist sie selbst zu sehen, jedoch stets so verkleidet, dass ihr wahres Gesicht kaum auszumachen ist. Diesen Effekt erreicht sie mit Hilfe von Verkleidungen, Schminke und teilweise auch Prothesen.

Der zweite Abteil der Sonderausstellung zeigte Shermans spätere Werke. Zu sehen war unter anderem die Reihe der Disgust Pictures aus den 80er und 90er Jahren, in denen Fäkalien, riesige unechte Genitalien und inszenierte Leichen enthalten sind. Wir erfuhren, dass die Künstlerin den aus den Fotografien ausgehenden Ekel absichtlich als künstlerisches Mittel einsetzte, um dessen Wirkung auf die Betrachter zu untersuchen. In einem schriftlichen Interview gab Sherman bekannt, wie wenig Interesse sie an Makellosem und Schönem hat. Wörtlich: “Schönheit langweilt mich.“

Der Ekel weist außerdem Bezüge zu gesellschaftlichen Problemen auf. Tatsächlich bewegte er einige von uns zum Nachdenken.

Schließlich fand unsere Führung ein Ende. Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr interessanter und nachdenklich machender Ausflug war.