Das Fach Latein stellt sich vor

Salvete! Latein gibt es schon seit ewigen Zeiten — auf der Welt und am Klettgau-Gymnasium. Unbeeindruckt von den Turbulenzen des G8 hat sich der Lateinunterricht seit langem bewährt, und Latein hat in den letzten Jahren erfreulicherweise sogar noch an Zulauf gewonnen.


Was will Latein?

Latein vermittelt eine umfassende Bildung. Die Schüler lernen die Sprache und die Welt der Römer kennen, die unsere Kultur nachhaltig geprägt haben. Dabei verbessern sie gleichzeitig ihre Ausdrucksfähigkeit im Deutschen.

Latein als klassische Schriftsprache fördert u. a. die Konzentrationsfähigkeit und das logische Denken und sieht sich als Ergänzung zur modernen Fremdsprache Englisch im Sinne einer ganzheitlichen Förderung. Die Schüler erhalten Einblick, wie das "System Sprache" überhaupt funktioniert, und dadurch wird auch das Erlernen weiterer Fremdsprachen erleichtert.

Gerade in der heutigen schnell-lebigen und oberflächlichen Zeit soll die Auseinandersetzung mit antiken Themen und Texten (z. B. Mythologie, Dichtung, Geschichtsschreibung, Rechtsprechung, Philosophie, Rhetorik) zu Diskussionen über Sinn- und Wertefragen anregen.

Das Fach Latein will somit auch einen wichtigen Beitrag zur Persönlichkeitsentwicklung leisten.


Wann beginnt Latein?

Latein beginnt am KGT in Klasse 6. Am Ende von Klasse 10 ist das Latinum erreicht. Latein kann in der Oberstufe als 4stündiges Fach weiter belegt werden.

 


Was ist das "Latinum"?

Die Schüler besitzen am Ende des 10. Schuljahres bei ausreichender Note (Note 4 oder besser) automatisch das begehrte "Latinum", ein Latein-Nachweis, den die Hochschulen für eine Reihe von Studiengängen verlangen, v. a. in den modernen Sprachen und anderen Geisteswissenschaften. Auch für künftige Naturwissenschaftler sind die im Lateinunterricht erworbenen Kompetenzen sehr sinnvoll.

Für Fragen stehen Frau Kunzmann und die anderen Lateinlehrerinnen und -lehrer gern zur Verfügung.


Die GFS in Latein

GFS können auf folgende Arten erbracht werden:

1.  Referat mit Schwerpunkt Textarbeit

Der Schüler erhält mindestens eine Woche vor dem vereinbarten Termin einen lateinischen Text als Grundlage sowie konkrete Aufgaben zur Analyse und Interpretation. Diese können inhaltliche, sprachliche und grammatikalische Aspekte  beinhalten.

Im Rahmen des Referats übersetzt der Schüler den Text vor der Klasse ohne Hilfsmittel und analysiert und interpretiert ihn gemäß der Vereinbarung. Darüber hinaus geht er auf historische Hintergründe ein, die für den Text relevant sind. Er veranschaulicht seine Ausführungen mit einem frei wählbaren Medium. Anschließend stellt er sich den Fragen der Klasse und des Lehrers.

In Absprache mit dem Lehrer kann der Schüler den Text auch mit der Klasse gemeinsam erarbeiten, in der Kursstufe wird das erwartet. Ab Klasse 10 besteht auch die Möglichkeit eines Übersetzungsvergleichs als Basisaufgabe, in der Kursstufe zudem die der kritischen Auseinandersetzung mit Sekundärliteratur.

Als schriftliche Ausarbeitung genügen in Klasse 7 1-2 Seiten mit den wichtigsten Informationen sowie Angaben über die benutzten Quellen. Ab Klasse 8 wird eine Mappe mit ansprechendem Deckblatt, dem Basistext, der eigenen Übersetzung, dem Textteil mit Analyse, Interpretation und Hintergrund sowie den Quellenangaben und einer Versicherung über die eigenständige Erarbeitung erwartet. Die Ausarbeitung muss spätestens am Tag des Vortrags abgegeben werden.     

               

         Richtwerte für die einzelnen Klassenstufen:

 

Dauer des Referats und Wertung

Umfang der Ausarbeitung und Wertung

Klasse 7

ca. 10 Min.

70 %

Handout 1-2 Seiten

30 %

Klasse 8

ca. 15 Min.

60 %

2-3 Seiten Textteil

40 %

Klasse 9+10

ca. 15-20 Min.  (ohne Erarbeitung)

60 %

4-5 Seiten Textteil

40 %

Kursstufe

nach Bedarf

50 %

max. 6-7 Seiten Textteil

50 %

 

 

2.  Präsentation mit Schwerpunkt auf historischem Hintergrund

Der Schüler gestaltet eine Präsentation, die zu einer Unterrichtseinheit des laufenden Schuljahres passt. Dabei verwendet er mindestens ein Medium. Der Bezug zum Fach Latein kann auf zweierlei Weise hergestellt werden:

a)   Der Lehrer wählt einen geeigneten Text aus, der übersetzt und inhaltlich in den Vortag eingebunden werden muss.

b)  Der Schüler erstellt eine Vokabelliste zu dem Sachfeld seines Themas, beherrscht diese Wörter und/oder Redewendungen selber und bindet sie in seinen Vortrag ein. Der Umfang dieser Liste wird zuvor zwischen Schüler und Lehrer vereinbart.

Für die Dauer des Referats und die schriftliche Ausarbeitung gelten die Regeln wie oben.

 

3.  Einführung oder Vertiefung eines Grammatikthemas (nur Kl. 7-9)

Der Schüler bereitet sich selbstständig auf ein neues grammatikalisches Phänomen vor (in der Lehrbuchphase orientiert am Material des Buches) und gestaltet für die Klasse eine Einführung. In der 7. Klasse steht ihm der Lehrer dabei beratend zur Seite.

Als schriftliche Ausarbeitung entwirft der Schüler ein eigenes Übungsmaterial für die Mitschüler. Das Übungsblatt muss dem Lehrer spätestens 2 Tage vor dem Termin zur Korrektur vorgelegt werden. Auch die Besprechung des Übungsblattes mit der Klasse ist noch Teil der GFS.

 

4.  Kreativer und analytischer Umgang mit einem lateinischen Gedicht oder einer Fabel (bes. Kl. 7)

Der Schüler lernt ein Gedicht, ein Lied oder eine Fabel (bzw. sinnvolle Passagen in angemessenem Umfang daraus) auswendig und trägt diesen Text frei vor. Er übersetzt ihn ohne Hilfsmittel und kann ihn inhaltlich interpretieren sowie grammatikalische Besonderheiten auf Nachfrage erklären.

 

Darüber hinaus äußert er sich zum Autor und dessen Lebensumständen bzw. zu Hintergründen des gewählten Liedes und nimmt bei Fabeln auch zu gattungsspezifischen Besonderheiten Stellung.

 

Bei Bedarf entlastet der Lehrer den Schüler im Vorfeld mit Leitfragen und -aufgaben.

 

Als schriftliche Arbeit genügt ein Handout mit den wichtigsten Informationen für die Klasse (inklusive Text!) und Quellenangaben.

 

Hinweis:             Die Fabel in Gestaltung und Funktion ist Thema in Deutsch in Klasse 6.

                                Wirkungsvoller Gedichtvortrag wird hier ab Klasse 5 eingeübt.

 

5.  Inhaltliche und organisatorische Vorbereitung einer Exkursion (nur Kl. 9+10)

Der Schüler plant und organisiert eine Exkursion in die nähere Umgebung zu einem vorher festgelegten Thema. Im Vorfeld hält er ein vorbereitendes Referat. Dieses muss wie die 2. GFS-Möglichkeit einen Bezug zur lateinischen Sprache enthalten.

Eine über ein Handout hinaus gehende schriftliche Ausarbeitung ist nicht erforderlich. Die Organisationsleistung wird mit 40 % bewertet.


Latein – mehr als nur eine gute Alternative

Die Kurswahl steht an. Jan muss sich entscheiden. Er möchte gerne zwei Fremdsprachen weiterhin belegen, weiß aber nicht so recht, ob Latein das Richtige für ihn ist. Gina aus seiner Klasse findet Latein völlig überflüssig, und das, obwohl sogar ihr großer Bruder Marcus gerade sein Lateinabitur hinter sich gebracht hat – mit 14 Punkten! Sicherheitshalber unterhält sich Jan mit beiden. - Ein Plädoyer für Latein vom ABI-Lateinkurs 2010

Kurswahlgespräch

Gina: Latein? Du spinnst wohl! Latein ist doch ’ne tote Sprache. Das bringt doch nix!

Jan: Naja, die letzten Themen fand ich eigentlich ganz interessant. Außerdem hab’ ich gehört, dass man in der Oberstufe gar keine Grammatik mehr lernen muss. Stimmt das, Marcus? Du hast es doch gerade hinter dir.

Marcus: So ganz stimmt das mit der Grammatik nicht. Wir haben zwar einiges wiederholt und vertieft, aber tatsächlich nichts Neues mehr gelernt. Das war kein großer Aufwand mehr.
Überhaupt geht’s in der Oberstufe gar nicht mehr so sehr um Grammatik. Und auch nicht mehr um stupides Übersetzen.
Was die Themen anbelangt, kannst du dich auf die Oberstufe freuen: Wir haben uns mit dem antiken Staatsverständnis beschäftigt, Gedichte gelesen, viel über das tägliche Leben in der Antike erfahren und jede Menge philosophiert.

Gina: So’n Quatsch. Dafür braucht man kein Latein. Dafür gibt es doch Geschichte, Gemeinschaftskunde, Religion und Deutsch. Reicht das nicht? Da ist das alles eh kompliziert genug. Auf Lateinisch versteht man dann ja gar nichts mehr.

Marcus: Jetzt mach mal halblang, Gina. Für was gibt’s denn Lehrer. Da lernt man alles der Reihe nach. Ich hab’s ja schließlich auch geblickt! Aber mal ernsthaft, Jan: Aus Latein kannst du viel mitnehmen!
Wir haben viel mit zweisprachigen Texten gearbeitet – ja, da staunst du, Gina, gell?! Detailarbeit und Übersetzungsvergleiche trainieren dein Sprachgefühl echt wie kein anderes Fach. Das nützt dir dann auch in allen anderen Fächern. Man lernt, bei jedem Satz genau hinzuschauen, logische Verknüpfungen richtig zu verwenden, Stilmittel sinnvoll einzusetzen, einfach den Gehalt eines Textes auf Herz und Nieren zu überprüfen. Das hilft dir echt überall.

Gina: Das haben wir doch alles jetzt schon gemacht.

Jan: Gina, erzähl mir doch nicht, du hättest da jetzt den vollen Durchblick! Wenn ich ehrlich bin, kenne ich bis jetzt zwar jede Menge Begriffe, aber wirklich etwas damit anfangen kann ich nicht.

Marcus: Das ging uns damals ganz genauso. Das liegt daran, dass man oft am Anfang Grammatik, Inhalt und Stil getrennt anschaut. Aber in der Kursstufe kriegst du dann den Überblick, weil da alles mit allem verbunden wird. Da versteht man auf einmal von den Texten viel mehr!

Gina: Aber das gleiche passiert doch auch in allen anderen Sprachen! Mit Englisch, Französisch oder Spanisch ist man doch viel besser dran: diese Sprachen kann man wenigstens noch verwenden! Und es gibt viel weniger Vokabeln zu lernen.

Marcus: Vokabeln muss man eigentlich nicht mehr lernen als in anderen Sprachen, eher weniger: Immerhin darf man sogar im Abi noch ein Wörterbuch verwenden – ein zweisprachiges! Und die Vokabeln, die du kennen musst, haben sogar noch einen doppelten Nutzen. Sie helfen dir auch im alltäglichen Leben, um Fachbegriffe abzuleiten, nicht nur im Medizinstudium.
Zudem lernt man andere europäische Sprachen später sehr leicht, da sie aus dem Lateinischen entsprungen sind. Man legt sozusagen die Grundlage für ein breites Sprachverständnis.

Jan: Mit anderen modernen Fremdsprachen hat man diesen Vorteil doch ebenso. So ganz überzeugt mich das noch nicht!

Marcus: Aber Latein ist das einzige Fach, in dem man erweiterten  Zugang zu antiken Themen findet, was unsere eigene Vorgeschichte betrifft. Immerhin haben die Römer Europa nicht unwesentlich geprägt. So kann man im Lateinunterricht ein unglaublich gutes Allgemeinwissen erlangen.

Jan: Das klingt ja wirklich interessant, aber die Lateinkurse sind doch auch immer sehr klein: Da muss man doch sicherlich viel lernen und steht dauernd unter Druck!

Marcus: Nun ja, die Kurse sind schon klein, aber das schafft auch eine gute Atmosphäre, in der man hervorragend arbeiten kann. Das Lernpensum ist aber gerade vor dem Abitur vergleichsweise gering. Mal ganz unter uns: Ich habe in Latein von allen Fächern am wenigsten für das schriftliche Abitur vorbereiten müssen – man sammelt sich das Wissen schon vorher in den zwei Jahren an und hat dann unmittelbar vor der Prüfung mehr Zeit für alle anderen Fächer. Abgesehen davon – du willst doch eh zwei Fremdsprachen belegen. Wenn du Latein als zweite nimmst, hast du beides: den direkten Gegenwartsbezug und die Vorteile der alten Sprache und so ganz nebenbei die Möglichkeit ein vergleichsweise angenehmes Abi zu machen.

Gina: Also – für mich ist das trotzdem nix.

Marcus: Das ist ja auch in Ordnung. Es passt halt nicht für alle. Aber schließlich hat mich Jan gefragt, nicht du! Also sei jetzt ruhig!

Jan: Ich muss sagen, deine Argumente sind wirklich gut. Tut mir Leid, Gina, aber mich überzeugt das! Ich glaub’, ich mach’s!

Marcus: Glaub’ mir, du wirst es nicht bereuen.

Jan: q.e.d. – quod erat demonstrandum – äh nee, in Bezug auf mich muss es wohl eher erit heißen, oder?

Marcus: (lacht) Siehst du, so ganz schlecht sind deine Voraussetzungen wirklich nicht!

Liebe 10er,

wir haben gerade unser Latein-Abitur hinter uns gebracht und sind ein bisschen traurig darüber, dass so wenige sich für Latein entscheiden. Im Nachhinein haben auch manche aus unserem Jahrgang gesagt: „Hätten wir’s doch nur…!“ Natürlich muss man ein bisschen Freude an Latein mitbringen wie bei allem. Wir wenden uns deshalb vor allem an die von euch, die noch schwanken und nicht so recht wissen, ob Latein das Richtige ist. Unser Tipp: Macht’s einfach. Es lohnt sich! Wir würden uns freuen, wenn auch in Zukunft am KGT immer ein Lateinkurs zustande käme.
Herzliche Grüße!

Eure Latein-Abis

Mitglieder der Fachschaft Latein

  Name der Lehrkraft
Funktionen, Anmerkungen

  Britta Garstka  
  Kerstin Kunzmann  
  Marlis Schlageter Fachbetreuerin
  Thomas Timmermann  

 

Sapere aude! - Wage es, weise zu sein!

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