Das Fach Religion stellt sich vor

Über das Fach Religion

Die Basis ...

Das Fach Religion will Schülerinnen und Schülern nicht nur grundlegendes Wissen über den Glauben vermitteln. Ebensowenig begnügt es sich damit, Grundtechniken des Wissenserwerbs zu trainieren, sondern das Fach Religion möchte den Schülerinnen und Schülern auch die religiöse Dimension des Menschseins erschließen. Dabei orientiert sich der Religionsunterricht an folgenden Zielen, wie sie schon die Gemeinsame Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland formuliert hat:

  • Der Religionsunterricht weckt und reflektiert menschliche Grundfragen wie die Frage nach Gott, nach der Deutung der Welt, nach dem Sinn und Wert des Lebens und nach den Normen für das Handeln des Menschen und ermöglicht eine Antwort aus der Offenbarung und aus dem Glauben der Gemeinschaft;
  • er macht vertraut mit der Wirklichkeit des Glaubens und der Botschaft, die ihm zugrunde liegt, und hilft, den Glauben denkend zu verantworten;
  • er befähigt zu persönlicher Entscheidung in Auseinandersetzung mit Konfessionen und Religionen, mit Weltanschauungen und Ideologien und fördert Verständnis und Toleranz gegenüber der Entscheidung anderer;
  • er motiviert zu religiösem Leben und verantwortlichem Handeln in Kirche und Gesellschaft.

... und ihre Umsetzung

Solche Werte kann man freilich nicht "pauken", sondern sie realisieren sich im gemeinsamen Handeln. Deshalb ist der Religionsunterricht auf konstruktiven Dialog ausgerichtet, nicht nur in den einzelnen Unterrichtsstunden: Er sucht von sich aus die Kooperation mit anderen Fächern, mit der gesamten Schulgemeinschaft und darüber hinaus in der Ökumene. Im Großen wie im Kleinen haben Projekte und Aktionen am KGT daher eine lange Tradition: Von Klassengottesdiensten und Exkursionen (z. B. zu caritativen Einrichtungen, Synagogen, Moscheen ...) über Schulgroßfeiern (Schuljahresanfang, Weihnachten) bis hin zu langfristigen Projekten und Partnerschaften (wie Karradikal in den 80er Jahren und Zimbabwe ab den 90ern). Auch in den einzelnen Unterrichtsstunden geht es recht bunt zu: im Fach Religion stehen die Schüler im Mittelpunkt, weshalb schülerzentrierte Lernformen zur Tagesordnung gehören. Das wird durch unsere gute Ausstattung mit Lernmaterialien unterstützt.


Unser Team

In unserer Fachschaft wirken mit: Frau Dinner (ev), Frau  Müller (ev.), Herr Grupp (kath.), Frau Schlageter (kath), Frau Heß (ev), Frau Geilen (kath), Frau Goeres (ev) und Herr Tasse (kath).

Die Fachschaft Religion ist ökumenisch und demokratisch organisiert. Den Fachschaftsvorsitz führt gegenwärtig Frau Müller.

Darüber hinaus findet bei vielen Projekten eine fächerübergreifende Zusammenarbeit mit der Fachschaft Ethik statt (z. B. beim Sozialpraktikum).

Grundlage für den Lehrplan von 1994 war das sogenannte curriculare Modell, der Lehrplan beruht also auf dem Prinzip des aufbauenden Lernens: Wesentliche Grundinhalte werden altersgemäß mit je neuen Akzenten behandelt und später weiter vertieft. "Jahresthemen" fassen im katholischen Part jeweils den Grundtenor einer jeden Klassenstufe von 5-11 zusammen. In jedem Jahrgang gibt es auch neben den Pflichtthemen auch freiwillige Wahlthemen (gekennzeichnet mit eckigen Klammern [ ]). Beim Vergleich fällt auf, dass der evangelische Lehrplan pluraler untergegliedert ist als der katholische, der seine durchaus vorhandene Vielfalt zu Großthemen zusammenfasst:

Darüber ist es der Lehrkraft nach eigenem Ermessen - so der Lehrplan - jederzeit möglich, im Unterricht zusätzliche, für die Klasse interessante oder aktuelle Inhalte zu thematisieren. Das eröffnet den Raum, auch ganz aktuelle oder persönliche Bezüge aufzugreifen.


Religion in der reformierten Kursstufe

Der erneuerte Kursplan

Seit dem Jahr 2002 gilt in Baden-Württemberg ein neuer Lehrplan für die Kursstufe. Er nimmt in vielen Dingen schon Neuerungen des G8 vorweg. Unter anderem können die Lehrplaninhalte nun wesentlich freier gehandhabt werden. Auch neue Sozialformen und neue Medien finden dort Berücksichtigung. Geblieben sind sechs ineinandergreifende Großthemen, von denen vier in den Halbjahren 12/1, 12/2, 13/1 und 13/2 behandelt werden können.

Zwei dieser Themen sind als sogenannte Sternchenthemen verpflichtend, zusätzlich werden zwei weitere Themenblöcke gewählt. Neu im reformierten Lehrplan ist die Unterscheidung von Pflichtmodulen und Wahlmodulen. Die Inhalte der Pflichtmodule sind verpflichtend, von den Wahlmodulen können zwei ausgewählt und dann im Unterricht behandelt werden. Auch wenn sie nicht im Unterricht behandelt werden, ist es für Schüler sehr nützlich, die Themen der Wahlmodule zu kennen, da sie sich in besonderer Weise für eine GFS oder als Themen für die Präsentationsprüfung eignen.

Die GFS in der Kursstufe

Neu ist auch die Einführung der sogenannten GFS (gleichwertige Feststellung von Schülerleistungen). Das Fach Religion bietet für diese vom Schüler selbst zu erbringende Leistung über die gewöhnliche schriftliche Hausarbeit oder das Referat hinaus eine Menge zusätzlicher Optionen: Von der Gestaltung von Hörspielen und Filmen über die Organisation einer Mediationsstunde oder eines Gottesdienstes bis hin zu Erfahrungsberichten aus karitativen Tätigkeiten. Den Gestaltungsmöglichkeiten sind in Absprache mit den zuständigen Lehrkräften kaum Grenzen gesetzt.

Für die allgemeinen Anforderungen an die GFS hat die Fachschaft auch einen gemeinverbindlichen Standard festgelegt, der unter "Publikationen" (links im Menü) im Bereich "Schulfächer / Religion" heruntergeladen werden kann.

Religion als Prüfungsfach im ABI

Ebenfalls sowohl von der Themenwahl als auch der Durchführung vielseitig ist die ABI-Präsentationsprüfung im Fach Religion. Schüler, die die Vorgaben und Kriterien erfüllt haben, konnten in der Regel sehr ansehnliche Ergebnisse erzielen. Voraussetzung dafür, um Religion im Abitur wählen zu können, ist, dass der Religionsunterricht in der gesamten Oberstufe - dazu zählt auch Klasse 11 !!! - besucht wurde.

Als Themen für eine Präsentationsprüfung eignen sich die Lehrinhalte des Kursplanes, insbesondere Wahlthemen. Sinnvoll ist es, mögliche Themen bei der Lehrkraft möglichst frühzeitig abzuchecken und dann auch rechtzeitig nachzuprüfen, ob in der Oberstufenbibliothek entsprechende Literatur (Bücher oder Zeitschriften) vorhanden ist.

Die 10minütige Präsentation selbst ist ganz Sache des Schülers, nur die Präsentationsmedien (Tafel, Plakate, Overheadprojektor, Computer) müssen bereits bei der endgültigen Wahl des Themas festgelegt werden. Die Kriterien der Präsentation entsprechen weitgehend denen in anderen geisteswissenschaftlichen Fächern: Es wird sowohl auf den Inhalt, als auch die Qualität der Präsentation geachtet. An die Präsentation schließt sich ein 10minütiges Prüfungsgespräch an, in dem der Schüler zeigen kann, dass er auch über das entsprechende Hintergrundwissen verfügt.


Lehrplan für Religion/G8 am KGT

Bildungsstandards und ihre Umsetzung

Mit Einführung des achtjährigen Gymnasium gibt es keinen detaillierten landesweiten Lehrplan mehr. An seine Stelle sind die Bildungsstandards getreten, die Lernkompetenzen beinhalten, welche die Schüler am Ende eines Jahrgangspaares besitzen sollen. Für das Fach Religion sind folgende Kompetenzen wichtig:

Hermeneutische Kompetenz als Fähigkeit, Zeugnisse früherer und gegenwärtiger Generationen und anderer Kulturen, insbesondere biblische Texte zu verstehen und auf Gegenwart und Zukunft hin auszulegen.
Ethische Kompetenz als Fähigkeit, ethische Probleme zu identifizieren, zu analysieren, Handlungsalternativen aufzuzeigen, Lösungsvorschläge zu beurteilen und ein eigenes Urteil zu begründen, um auf dieser Grundlage verantwortlich zu handeln.
Sachkompetenz als Fähigkeit, über religiöse Sachverhalte, Kernstücke der biblisch-christlichen Tradition und des christlichen Lebens Auskunft zu geben und deren Bedeutung für unsere Kultur zu benennen.
Personale Kompetenz als Fähigkeit, sich selbst, andere Personen und Situationen einfühlsam wahrzunehmen, persönliche Entscheidungen zu reflektieren und Vorhaben zu ergänzen.
Kommunikative Kompetenz als Fähigkeit, eigene Erfahrungen und Vorstellungen verständlich zu machen, anderen zuzuhören, Rückmeldungen aufzunehmen, unterschiedliche Sichtweisen aufeinander zu beziehen und gemeinsam nach Handlungsmöglichkeiten zu suchen.
Soziale Kompetenz als Fähigkeit, mit anderen rücksichtsvoll und verantwortungsbewusst umzugehen, für andere, insbesondere für Schwache einzutreten, Konfliktlösungen zu suchen, gemeinsame Vorhaben zu entwickeln, durchzuführen und zu beurteilen.
Methodische Kompetenz als Fähigkeit, Aufgaben zu erfassen, Sachverhalte zu recherchieren, Inhalte zu erschließen, Lernprozesse selbständig zu organisieren sowie Erkenntnisse und Ergebnisse zu präsentieren.
Ästhetische Kompetenz als Fähigkeit, Wirklichkeit, insbesondere Bildende Kunst, Musik und Literatur sensibel wahrzunehmen, auf Motive und Visionen hin zu befragen und selbst kreativ tätig zu werden.

Diese acht Kernkompetenzen sollen anhand konkreter Lerninhalte eingeübt werden, die wiederum in sieben "Dimensionen" zusammengefasst sind:

1 Mensch
2 Welt und Verantwortung
3 Bibel
4 Gott
5 Jesus Christus
6 Kirche und Kirchen
7 Religionen und Weltanschauungen

Auf dieser Basis erstellt jede Schule in Verbindung mit dem schuleigenen Konzept eigene konkreten Jahrespläne, die sich auch an der schuleigenen Kontingentstundentafel orientieren. Am Klettgau-Gymnasium wird Religion stets zweistündig unterrichtet, außer in Klassenstufe 8, wo es nur einstündig ist. Das entspricht zwar der Verteilung aus G9, da sich die Stoffverteilung allerdings in G8 verändert hat, werden somit einige Inhalte neu verteilt.

Von der Fachschaft Religion wurden bislang die Inhalte für die Klassenstufen G8 5/6 erarbeitet und beschlossen, die Themenverteilung für evangelische Religion sieht wie folgt aus:

Klasse 5

  • Ich-Du-Wir / Ich und die Gruppe
  • Jahreskreis und Feste
  • Die Bibel
  • Zeit und Umwelt Jesu
  • Gleichnisse

Klasse 6

  • Du hörst mein Weinen - Menschen sprechen mit Gott in den Psalmen
  • Konfessionen: Wir glauben nicht allein
  • Judentum

Klasse 7

  • Amos
  • Islam
  • Reformation

Klasse 8

  • Sucht
  • Wunder

Klasse 9

  • Stärker als der Tod
  • Hinduismus oder Buddhismus
  • Kirche und Auschwitz

Klasse 10

  • Die Bergpredigt
  • Die Bibel verstehen
  • Einführung in die Ethik

Für katholische Religion gestaltet sich die Verteilung wie folgt:

Klasse 5

  • Ich und die Gruppe (Schuljahresanfang)
  • Die Bibel
  • Gott suchen, Gott erfahren
  • Die Feste, die wir feiern

Klasse 6

  • Judentum
  • Der Jude Jesus
  • Christentum am Anfang
  • Kirche und Kirchen

Klasse 7

  • Prophetische Menschen
  • Kirche im Mittelalter
  • Reformation
  • Islam

Klasse 8

  • Meine Stärken - meine Schwächen
  • Leben und Lernen in Freiheit und Verantwortung
  • Sehnsucht nach Vollendung der Welt: Jesu Botschaft vom beginnenden Reich Gottes

Klasse 9

  • Leben in der einen Welt - konziliarer Prozess
  • Kirche - Staat - Gesellschaft
  • Leben in Beziehungen - Liebe, Freundschaft, Sexualität
  • Umgang mit Leid und Tod

Klasse 10

  • Die Bibel verstehen
  • Begegnungen mit Hinduismus und Buddhismus
  • Werte und Normen

Dieser Themenaufteilung entspricht jeweils ein Grobraster, das den Lehrkräften hilft, die einzelnen Unterrichtsinhalte (die sich seit dem G9-Plan nicht wesentlich geändert haben) so aufzuteilen und untereinander und mit anderen Fächern so zu koordinieren, dass fächerübergreifende Projekte möglich sind - wie in den neu eingeführten Konzeptwochen. Daneben soll gewährleistet sein, dass die Schüler unabhängig von der jeweiligen Lehrkraft im Laufe ihrer Schulzeit alle acht Kernkompetenzen einüben können, denn das Fach Religion liefert in mehrfacher Hinsicht wichtige Beiträge zum schuleigenen Curriculum.

Weitere Infos

 


Die GFS in Klasse 7-10

Wie schon zuvor in der reformierten Kursstufe ist es seit dem Schuljahr 2004/2005 auch für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 7 verpflichtend, einmal im Schuljahr in einem Fach ihrer Wahl eine sogenannte GFS zu erbringen. Dafür kann der Schüler auch das Fach Religion wählen (solange sich die Anzahl der Bewerber in vernünftigen Grenzen hält). Für die Form der GFS gelten - altersmäßig abgestuft - ähnliche Anforderungen wie für die GFS in der Kursstufe. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind in Religion auch in den Klassen 7-10 sehr vielfältig.

Neben einer schriftlichen Hausarbeit oder dem klassischen Referat sind in Absprache mit der jeweiligen Lehrkraft auch viele alternative Formen denkbar: Von einer Werkmappe zu Kirchen in der Heimat, einem Hörspiel zu Amos heute, über die Inszenierung einer Phantasiereise (z. B. nach Taizé) bis hin zu einem Bibel-Computerprogramm ist vieles möglich. Wichtig ist dabei, dass die Eigenleistung des Schülers deutlich wird, sodass eine gerechte Beurteilung durch die Lehrkraft gewährleistet bleibt. Für die allgemeinen Anforderungen an die GFS hat die Fachschaft auch einen gemeinverbindlichen Standard festgelegt, der unter "Publikationen" (links im Menü) im Bereich "Schulfächer / Religion" heruntergeladen werden kann.

Da es vor allem für jüngere Schülerinnen und Schüler noch (oder: wieder) eine Herausforderung ist, selbständig wissenschaftlich bzw. kreativ zu Werke zu gehen, stehen ihnen die Lehrkräfte mit Rat und Tat und in der Regel auch mit hilfreicher Literatur zur Seite.


Religion als ordentliches Lehrfach

Das Gesetz!Der Religionsunterricht ist nach Art. 7, Abs. 3 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland und nach Art. 18 der Verfassung des Landes Baden-Württemberg ordentliches Lehrfach, für das Staat und Kirche gemeinsam Verantwortung tragen. Er wird gemäß Schulgesetz in "Übereinstimmung mit den Lehren und Grundsätzen" (§96, Abs. 2 SchG) der jeweiligen Kirche erteilt. Er wird konfessionell getrennt erteilt, ist aber von ökumenischem Geist getragen und offen für den Dialog mit Andersdenkenden. Die Mitgliedschaft in einer Kirche ist nicht verpflichtend - es können also auch Schülerinnen und Schüler, die nicht getauft oder nicht Mitglied in einer Religionsgemeinschaft sind, am Religionsunterricht teilnehmen.

Da Religion ordentliches Lehrfach ist, gibt es dafür auch ordentliche Noten wie in jedem anderen Fach. Wichtig: Benotet wird NICHT der Glaube, sondern wie in allen anderen Lehrfächern auch die von den Schülern erbrachten Leistungen aus dem Unterricht. Die Erteilung der Noten orientiert sich an den Vorschriften des Schulgesetzes, die Unterrichtsinhalte an den geltenden Lehrplänen (vgl. unten). Religion ist als Fach sowohl negativ wie auch positiv versetzungsrelevant und wird von den Schülern ausgesprochen gerne als Prüfungsfach im Abitur gewählt.

Da Religion einerseits ordentliches Lehrfach ist, der Fachgegenstand aber mit der persönlichen Glaubensfreiheit zusammenhängt, ist es aus Glaubens- und Gewissensgründen möglich vom Religionsunterricht ersatzweise in den Ethikunterricht zu wechseln. Dieser Wechsel kann nur zu Beginn eines Schulhalbjahres persönlich, schriftlich und im Beisein der Eltern bei der Schulleitung beantragt werden. Näheres dazu kann man auf Anfrage bei der Schulleitung erfahren. Der Eintritt in den Religionsunterricht ist dagegen formlos möglich.

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