Das Fach Musik stellt sich vor - Bildungsstandards Klasse 8

Bildungsstandards Musik Klasse 8

Kompetenzbereich 1: Musik gestalten
Grundsätzliches:

Im Mittelpunkt des Unterrichts steht neben dem praktischen Musizieren auch die reflektierende Erarbeitung der musikalischen Gestalten und der musikhistorischen Zusammenhänge.
Die Schülerinnen und Schüler festigen ihre Fähigkeiten Musik zu gestalten und erweitern ihr bisher erworbenes Repertoire. Sie finden eigene Perkussionsbegleitungen und musizieren regelmäßig im Klassenverband. Dadurch sind sie auch in der Lage, sich den Inhalten der beiden anderen Kompetenzbereiche praktisch zu nähern, ihre Fertigkeiten vermehrt eigenständig und kreativ anzuwenden und in die Arbeit an Projekten einzubringen. Das zunehmende Reflektieren des eigenen musikalischen Gestaltens ermöglicht den Schülerinnen und Schülern ein vertieftes emotionales Erleben von Musik.
Die Bläserklasse wird bei ausreichender Beteiligung der Schüler in Klasse 7 mit Spielstücken weitergeführt.
Das KGT arbeitet intensiv mit der Musikschule Südschwarzwald zusammen: Das gemeinsame Orchester, die gemeinsame Unterstufenband, die gemeinsame Bläserklasse und regelmäßige gemeinsame Konzerte bilden die Basis für die intensive musikalische Förderung möglichst breiter Schülerschichten. Gemeinsame Projekte mit den Vereinen am Ort und in der Region, v.a. den Chören, ermöglichen die Durchführung von anspruchsvollen und großen musikalischen Projekten.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

  • haben ihre Fähigkeiten im vokalen oder instrumentalen Musizieren gefestigt; sie können im Rahmen einer Dezime ihre Stimme kontrollieren, Vokale ausgleichen, und sauber intonieren; Ihre Stimme wird von einem kontrollierten Atemfluss gesteuert. Einfache Zweistimmigkeit ist anzustreben.
  • sie setzen ihre Stimme auch während der Mutation angemessen ein; die stimmlichen Probleme der Jungen werden angemessen berücksichtigt.
  • verfügen über ein altersgemäß erweitertes Repertoire von Liedern aus unterschiedlichen Genres, Stile und Kulturen (vergleiche Liedverzeichnis);
  • finden und musizieren einfache Perkussions- Begleitungen zu Liedern; die Latin-Percussion-Erfahrungen aus Klasse 5/6 werden weitergeführt.
  • musizieren in der Gruppe oder im Klassenverband mehrstimmig;
  • verfügen über weitere Erfahrungen mit freien Formen von Klangerzeugung und können mit grafischer Notation praktisch umgehen; Erste Erfahrungen mit Neuer Musik werden dabei gewonnen. Die freie Klanggestaltung tritt hinter die Erarbeitung des tonalen Raums zurück.
  • verfügen über weitere Fähigkeiten im Umsetzen von Musik in Bewegung, entwickeln aus der Musik heraus einen Bewegungsablauf und führen diesen koordiniert aus; möglich sind Improvisationen zu geeigneten Werken, die selbständige Erarbeitung von Choreographien, die Einstudierung von Tänzen verschiedener Epochen und Stile, etc.
Ein musikalisches Projekt

Ein Projekt mit der Zielvorgabe einer Aufführung im Rahmen von Klassenfesten, Elternnachmittagen, etc. ist wichtiger Bestandteil der Arbeit in den Klassen 7 und 8. (z. B. das Drehen eines Kurzfilms/Werbespots, das Einstudieren eines Tanzes, die szenische Interpretation einer Opernszene, das Gestalten eins Hörspiels, etc.)

KOMPETENZBEREICH 2: MUSIK HÖREN UND VERSTEHEN
Grundsätzliches:

Anknüpfend an die Hörerfahrungen in den Klassen 5 und 6 lernen die Schülerinnen und Schüler, an Musikstücken komplexere musikalische Strukturen wahrzunehmen sowie ihren Ausdruck und ihre Wirkung differenzierter zu beschreiben.
Die Beschäftigung mit verschiedenen wichtigen musikalischen Gattungen und Stilen erweitert das musikalische Grundwissen, die Kenntnis ihrer spezifischen Merkmale fördert das hörende Erfassen auch komplexerer musikalischer Werke und unterstützt die Differenzierung der Fähigkeiten im musikalischen Gestalten. Die Beschäftigung mit Gattungen und Stilen bleibt exemplarisch, sie zeigt aber deutlich die Merkmale der verschiedenen Epochen und ermöglicht den Schülern eine erste Orientierung im musikhistorischen Rahmen.

Kompetenzen

Sie können

  • musikalische Verläufe zunehmend mit Fachbegriffen erläutern,
  • die Aussage eines Musikstückes verstehen und sich schließlich mit möglichen Intentionen der Komponistin oder des Komponisten auseinander setzen.

Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit Notenschrift und Notentext erweitert; sie

  • lesen, schreiben und musizieren Sechzehntel Noten- und Pausenwerte;
    • Triolen und Synkopen;
    • im Tonraum von C bis c3 im Violin- und Bassschlüssel
  • kennen weitere Bezeichnungen und Symbole zu
    • Dynamik: Sf, cresc. , decresc., dim.,
    • Tempo: acc., rit., largo, presto, Metronomzahlen
    • Artikulation: Akzentarten
und wenden sie beim Musizieren und Hören an;
  • verfügen über weitere Kenntnisse wichtiger musikalischer Gestaltungsmittel: Melodieformen, Intervalle, Dreiklänge, Dynamik und Orchestrierung, Formprinzipien, Artikulation
  • nutzen ihre Kenntnisse weiterer Intervalle (alle Intervalle bis zur Oktave) für die Beschreibung von melodischen Verläufen, von Zusammenklängen und ihrer jeweiligen Wirkung an Musikstücken;
  • nutzen ihre Kenntnisse weiterer Ordnungen im Tonraum (Pentatonik, Bluestonleiter, Dur und Molltonleitern) für die Beschreibung ihrer jeweils spezifischen Wirkung an Musikstücken;
  • kennen eine harmonische Kurz- beziehungsweise Symbolschrift und wenden sie beim Musizieren an; Groß und Kleinbuchstaben für Dur- und Molldreiklänge sind ausreichend
  • festigen ihre Dreiklangskenntnisse mit praktischen Anwendungen: Erkennen von Dreiklängen in Partituren, schreiben von Dreiklängen auch in mehrstimmiger Form, Anfertigen von kleinen Arrangements zu Liedern)
  • lernen die Hauptfunktionen T, D und S und deren Bedeutung im tonalen Zusammenhang kennen. Einfache Harmonisationsübungen unterstützen das Verständnis.
  • nutzen ihre Kenntnisse elementarer Formprinzipien und weiterer Formmodelle (Rondo, Variation) für die Beschreibung des Verlaufs von Musikstücken;
  • lernen die Instrumente des romantischen Orchesters und die wichtigsten Instrumentengruppen kennen und können Musik in Partituren verfolgen.
    • haben ihre bisherigen Fähigkeiten im bewussten Hören, Beschreiben und Verstehen von Musik erweitert; sie können
    • komplexere Rhythmen und Tonfolgen notieren; einem längeren Musikstück konzentriert zuhören;
    • Ausdruck und Wirkung unterschiedlicher Hörbeispiele und ihrer wichtigsten Gestaltungselemente beschreiben; (vgl. Tabelle im Anhang)
    • Musikstücke nach vorgegebenen Kriterien (musikalische Parameter, Instrumente, Besetzungen, Programme, Stile, Gattungen) beschreiben;
    • den Verlauf von Musikstücken beschreiben und gliedern (unter zunehmender Verwendung von Fachbegriffen);
    • die Aussage eines Musikstückes verstehen und sich mit möglichen Intentionen der Komponistin oder des Komponisten auseinander setzen.
KOMPETENZBEREICH 3: MUSIK REFLEKTIEREN
Grundsätzliches:

Die Auseinandersetzung mit Musik der Vergangenheit und der Gegenwart — auch unter fächerverbindenden Aspekten — und die Reflexion ihrer Wirkungen in unterschiedlichen Kontexten erweitern den musikalischen Horizont der Schülerinnen und Schüler. Sie erhalten Einblicke in wichtige musikalische Gattungen und Stile und lernen den unterschiedlichen Gebrauch und verschiedene Funktionen von Musik kennen. Durch die Reflexion des eigenen Gebrauchs von Musik und durch die Auseinandersetzung mit Musik in verschiedenen Kontexten sind die Schülerinnen und Schüler in der Lage, zunehmend bewusst und selbstständig mit (auch medial vermittelter) Musik umzugehen und dabei Verständnis für die Hörgewohnheiten anderer zu entwickeln.

Kompetenzen

Die Schülerinnen und Schüler

  • verfügen über grundlegende Kenntnisse wichtiger musikalischer Gattungen und Stile (Lied, Oper, Jazz, Rock- und Popmusik)
  • können an Musikstücken biografische, entstehungsgeschichtliche und gattungsspezifische Aspekte erläutern (vergleiche Werkverzeichnis);
  • kennen den unterschiedlichen Gebrauch von Musik und können Merkmale beschreiben, die Musik für einen bestimmten Zweck verwendbar machen;
  • können sich mit Musik in unterschiedlichen Kontexten auseinander setzen.

Die folgende Tabelle soll verdeutlichen, welche Aspekte der oben erwähnten Inhalte anhand welcher Werkbeispiele erläutert werden sollen. Die Tabelle ist nicht vollständig, sondern muss je nach Werkbeispiel mit den Anforderungen der Kompetenzbereiche 1-3 abgeglichen werden.

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Epoche

Werkbeispiel

Melodik

Harmonik

Instrumentation

Form und Satztechnik

Praxis

7

Barock

Brandenburgische

Konzerte

Bogenform

Dreiklänge

Erkennen

Terrassendynamik

 

Rondo Fortspinnung

Motiv

Hören und Tanzen

8

Klassik

Klaviervariation

Versch. Formen

Hauptdreiklänge

T, S, D

Klaviermusik

Variation

Phrase, Satz

Varianten erfinden

8

Klassik oder Romantik

Oper

Textgebundenheit

Textgebundenheit

Textgebundenheit

 

 

Szenische Interpretation

8

 

Romantik

Symph. Dichtung

Extreme Formen

Tonarten mit versch. Vorzeichen

Typ. Orchesterbehandlung:

Melodieführende Instr.

Begleitstrukturen

Rhythm. Strukturen

Entwicklung

Kontrast

Hören

Hörgeschichten schreiben

7

 

Lied

Textgebundenheit

Textgebundenheit

Textgebundenheit

Spielfiguren

Liedformen

Singen

8

Spätes 19. Jhdt

Bolero

 

Unvollständigkeit der Dreiklänge erkennen

Instr. Erkennen

Mischklang

 

Hören

7

20. Jhdt

Webern Orchesterstücke

Einzeltöne

serielle Ordnungen

Instr. Erkennen!

Graphische Notation

Improvisation

7

Jazz

Vorläufer. Spiritual, Gospel

Ragtime

Blues

Riff

Pattern

Pentatonik

Blue Notes

Singen

Musizierpraxis

 

Singen

Spielen

8

Pop

Bis 1960:

Rock´n Roll

Beat

Riff

Pattern

Pentatonik

Blue Notes

Beats

Musizierpraxis

Song

Lie

Schlagzeug, Klassenband

 

Anhand der Lebensgeschichte der entsprechenden Komponisten kann auf die Zeitgeschichte und das politische Umfeld der Epochen eingegangen werden. Bezüge zu Architektur, Kunst und regionalen Gegebenheiten, Konzerten, etc. sollen zur Verdeutlichung genutzt werden.

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