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„Denn wenn ich euch hier erlebe, dann ist mir klar, dass ihr zukunftsinteressiert und -engagiert seid. Aus diesem Grund findet heute diese Podiumsdiskussion statt“, eröffnet Regina Goeres, Schulleiterin, die politische Veranstaltung, die von der Gemeinschaftskunde-Fachschaft organisiert wurde, für die Oberstufe des Klettgau-Gymnasium am 30. Januar 2026.
Die Veranstaltung begann mit einer Ansprache der beiden Moderatorinnen, Lisa Kostenbader und Iva Mutabdzic (K1), woraufhin die sieben anwesenden Politiker sich vorstellten. Mit dabei waren Julian Besemann (Die Linke), Niklas Nüssle (B90/Die Grünen), Rainer Büttner (BSW), Simon Herzog (CDU), Nathalie Wagner (FDP), Stefan Ruppaner (Freie Wähler) und Matthias Jehle (AfD).
Die Moderatorinnen verloren keine Zeit und begannen im Anschluss mit den ersten beiden Fragen aus der Schülerschaft zum Thema Bildung. Schon bei der zweiten Frage schieden sich die Geister und es entwickelte sich eine angeregte Diskussion zum Thema „Sollten Gesamtschulen stärker gefördert oder abgeschafft werden?“.
Bereits hier setzten drei der Anwesenden ihre „Stopper“ ein, eine Methode der Moderatorinnen, um regen Austausch zu ermöglichen, bei der die Redner einmal im Lauf der Veranstaltung eingreifen konnten, um auf eine Frage einzugehen, die nicht an sie gerichtet war.
Hiernach setzten die Moderatorinnen ihren ersten inhaltlichen Impuls, eine „Blitz-Fragerunde“, bei der die Anwesenden sich mithilfe von grünen (Befürwortung) und roten (Ablehnung) Schildern zu einer Reihe von Thesen äußern sollten. Diese Impulse wurden zusätzlich zum Ende der Podiumsdiskussion erneut eingesetzt, und wie von den Moderatorinnen erhofft, boten sie eine abwechslungsreiche Möglichkeit für die ca. 260 Zuhörenden, die wichtigsten Parteiprogrammpunkte der Politiker kennenzulernen.
Im weiteren Verlauf der Veranstaltung beschäftigte man sich mit den Themen Nahverkehr, Digitalisierung, Umwelt und Soziales. Besonders bei dem letzten Thema entspann nochmals eine eifrige Diskussion, bei der sich die Geister am Thema der Gleichberechtigung bei der Wehrpflicht schieden.
Zum Schluss konnten einzelne Parteien zu beliebigen Themen befragt werden, was die Schülerschaft lebhaft ausnutzte. An dieser Stelle nutzte der letzte verbliebene Politiker, Julian Besemann (Die Linke), seinen Stopper, um gegen eine im Sinne der Fremdenfeindlichkeit fragwürdige Aussage einen Einwand vorzubringen. Besonders war an dieser Stelle auch die Zufriedenheit der Schülerschaft an der Form der Veranstaltung erkennbar, da Besemanns Aussage einen Applaus erhielt.
Auch im Nachhinein sind sich Schüler und Lehrer weitestgehend einig: Die Veranstaltung war im Zuge der Demokratiebildung ein voller Erfolg. Siri Bartkowiak (K1) betonte: „Dass unsere Schule so etwas ermöglicht, finde ich sehr schön. Gerade wenn man privat gestresst ist, vergisst man manchmal, wie wichtig die Auseinandersetzung mit der Politik ist, und das hat die Podiumsdiskussion mir klargemacht.“ Zusätzlich brachte Ella Jochen (K1) an, dass die Veranstaltung „sehr interessant war, weil man die Politiker und deren Meinung auch auf einer persönlichen Ebene besser kennen gelernt hat“.
Viele Schüler bemängelten jedoch das Format: es hätte „eher dazu geführt, dass man die Politiker kennen lernt statt die Parteien“, findet Anna Reussien (K1), da jeweils nur zwei Parteien auf eine Frage antworteten und es keine Möglichkeit für die Schüler gab, Rückfragen zu stellen. Dieses Format verhinderte, dass man wirklich mit den Politikern diskutieren konnte, fügte Siri Bartkowiak an.
Alles in allem kann nur wiederholt werden: Selbst, wenn die Veranstaltung noch nicht perfekt war, ist die Demokratiebildung an Schulen unglaublich wichtig und ein zentraler Bestandteil unseres Staatssystems – dazu bekennt sich auch das Klettgau-Gymnasium. „In der Umsetzung kann man immer etwas ändern oder verbessern“, ist sich die Gemeinschaftskunde-Lehrerin Anna Hirt sicher, „wichtig ist, dass wir die Schülerinteressen erst nehmen und mit unseren Jugendlichen im politischen Austausch bleiben, damit sie am Ende als mündige BürgerInnen in die weite Welt entlassen werden.“
Jasmin Göppert, Schülerin der Kursstufe 1
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