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Exkursion

Zum Abschluss des Schuljahres 2021/22 erlebten die achten Klassen Geschichtsunterricht hautnah. Am vorletzten Schultag des Jahres fuhren sie mit ihren Geschichts- und Klassenlehrern zum Hartmannsweilerkopf ins Elsass, nach Frankreich. Hier fanden während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) erbitterte Stellungs- und Grabenschlachten statt, was letztlich nach vier Jahren sinnloser Kämpfe um ein kleines Stückchen Land 30.000 französischen und deutschen Soldaten das Leben gekostet hatte. Weitere Tausende wurden verwundet oder kehrten traumatisiert nach Hause zurück.

Vor Ort besuchten wir das Historial und erhielten eine zweistündige Führung über das ehemalige Schlachtfeld am Berg "Hartmannswillerkopf".

Im Historial, der Ausstellung, die anlässlich des Gedenkens zum hundertjährigen Ausbruch des Ersten Weltkrieges überarbeitet und modernisiert und 2017 wiedereröffnet wurde, erhielten wir einen Überblick über die Gründe für den Ausbruch des Ersten Weltkriegs und die genauen Kampfhandlungen am Hartmannsweilerkopf. Besonders beeindruckten die originalen Gegenstände und Fundstücke aus dem ersten Weltkrieg - Uniformen, Munition, Kanonen aber auch persönliche Gegenstände wie Briefe nach Hause. Ein Film informierte, was die Soldaten auf französischer und auf deutscher Seite während der vier Jahre Belagerung des Berges erlebten. Der Wechsel zwischen französischen und deutschen Sprechern und die Untertitel in beiden Sprachen machte deutlich, dass der Krieg auf beiden Seiten anfangs ähnliche Hoffnungen und später gleiche Ängste sowie Wünsche auf ein schnelles Ende weckten.  

Nach einer Mittagspause im Schatten der Bäume, die nun wieder das Gelände für sich zurückerobert haben, sahen wir bei einer Führung über das ehemalige Schlachtfeld, wie eng und niedrig die Schützengräben waren, die sich vor hundert Jahren über den ganzen Berg zogen, wie nah sich die Gegner in der ersten Frontlinie gegenüberlagen - teilweise lagen nur 10- 20 Meter "Niemandsland" zwischen der deutschen und der französischen Frontlinie-, wie wenig Meter Geländegewinn sowohl die französische als auch die deutsche Seite während dieser vier Jahre machten. Ziel der damaligen Kämpfe war es, die deutsche Versorgungslinie der Bahn zu schädigen bzw. zu schützen. Uns wurde auch erzählt, dass sich noch so viel Munition tief im Erdreich des Hartmannsweilerkopfes befindet, dass es noch 400 Jahre dauert, bis der Berg die letzten Beweise für den Ersten Weltkrieg herausgegeben hat. Wie zur Bestätigung fanden die Schüler 5 Patronenhülsen, die teilweise sogar noch scharf waren und die unser Guide sicherheitshalber aufschraubte, um das Schwarzpulver herauszuklopfen und sie zu entschärfen. Mit diesen hundert Jahre alten Patronen, die vielleicht in der Patronentasche eines 16-jährigen Soldaten steckte, wurde Geschichte wirklich greifbar.

Was im Geschichtsunterricht theoretisch besprochen wird und so schwer zu verstehen ist, wurde mit dieser Exkursion nah und verständlich an die Schüler herangebracht.  Abschließend hatten alle die Gelegenheit zu sagen, was sie besonders beeindruckt und bewegt hat. Viele Schüler äußerten, dass dieser Tag ein gelungener Tag war.

Am französischen Nationaldenkmal mit Blick auf den französischen Soldatenfriedhof legten wir eine Schweigeminute ein, um den Opfern von Kriegen und Konflikten zu gedenken und unsere Hoffnung auf Frieden zu bekunden.

(Text und Bild: Helena Mempel)

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