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Am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli 2026, besuchten die fünf neunten Klassen des Klettgau-Gymnasiums Tiengen im Rahmen des Geschichtsunterrichts die KZ-Gedenkstätte Natzweiler-Struthof in den Vogesen. Die Exkursion führte die Schülerinnen und Schüler an einen Ort, der wie kaum ein anderer für die Verbrechen des nationalsozialistischen Terrorregimes steht. Ziel des Besuchs war es, historische Zusammenhänge nicht nur im Unterricht zu behandeln, sondern sie an einem authentischen Erinnerungsort unmittelbar erfahrbar zu machen.
Während einer Führung über das ehemalige Lagergelände erhielten die Jugendlichen einen eindrucksvollen Einblick in den Alltag der Häftlinge und in die unmenschlichen Bedingungen, denen sie ausgesetzt waren. In einer Ausstellungsbaracke veranschaulichten zahlreiche Exponate das Leben der Gefangenen. Zudem besichtigten die Schülerinnen und Schüler den Galgen, das Krematorium sowie den Zellenblock, in dem viele Häftlinge schwer misshandelt und gefoltert wurden. Diese Orte machten das Ausmaß der Gewalt und der systematischen Entmenschlichung besonders deutlich.
Ein besonders bedrückender Programmpunkt war der Besuch der etwa 1,5 Kilometer unterhalb des Lagers gelegenen Gaskammer. Dort wurden Anfang August 1943 insgesamt 86 jüdische Männer und Frauen ermordet, die zuvor aus dem Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau nach Natzweiler-Struthof gebracht worden waren. Die Opfer wurden im Auftrag des Anatomen August Hirt für eine sogenannte „wissenschaftliche“ Schädelsammlung vergast – ein erschütterndes Beispiel für den Missbrauch der Wissenschaft im Dienst der nationalsozialistischen Rassenideologie.
Begleitet wurden die mehr als einhundert Schülerinnen und Schüler von ihren Lehrkräften Frau Bär, Frau Baumgartner, Frau Burggraf, Frau Garstka, Frau Helten und Frau Zweigle sowie Herrn Banholzer, Herrn Hihn, Herrn Hübschmann und Herrn Saruga.
Die Exkursion hinterließ bei vielen Schülerinnen und Schülern einen nachhaltigen Eindruck. Sie verdeutlichte, welche Folgen Ausgrenzung, Hass und menschenverachtende Ideologien haben können. Gerade in einer Zeit, in der Antisemitismus, Rassismus und Extremismus erneut gesellschaftliche Herausforderungen darstellen, kommt der historisch-politischen Bildung eine besondere Bedeutung zu. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte soll unsere jungen Menschen dazu ermutigen, für Demokratie, Menschenwürde und die Werte des Grundgesetzes einzutreten und jeder Form von Diskriminierung entschieden entgegenzutreten. Der Besuch der Gedenkstätte Natzweiler-Struthof leistet hierzu einen wichtigen Beitrag und bleibt den Schülerinnen und Schülern sicherlich noch lange in Erinnerung.
Text und Bilder:
Markus Hübschmann
(für die Fachschaft Geschichte)
Montag und Mittwoch von 7:30 bis 14:30 Uhr
Dienstag und Donnerstag von 7:30 bis 15:30 Uhr
Freitag von 7:30 bis 12 Uhr
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